Tanja Hummel
Diplom-Psychologin
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„Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort.
Hier können wir einander begegnen.“
- Rumi -
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, warum ich mich in Beziehungen manchmal verloren habe – warum ich mich nach Nähe sehnte und gleichzeitig Angst davor hatte. Warum ich mich in manchen Momenten ganz nah und verbunden fühlte und im nächsten Moment am liebsten verschwunden wäre. Warum bestimmte Dynamiken sich immer wiederholten, egal mit wem und egal wann - als würde ich unbewusst immer wieder denselben Mustern folgen.
Heute weiß ich, dass diese Muster aus dem Nichts kommen. Sie haben eine Geschichte, meine eigene, aber auch die meiner Familie. Weit über mich selbst hinaus!
Bis zu meiner Familientherapeutischen Ausbildung
Diese Ausbildung veränderte mein komplettes Bilder über meine Familie.
Ein Wendepunkt war ein Interview, das ich vor vielen Jahren mit meinem Vater geführt habe. Das war im Rahmen meiner familientherapeutischen Ausbildung. Dieses Gespräch veränderte mein gesamtes Bild von meiner Familie. Mein Vater erzählte mir von seiner Sensibilität, von seiner Wahrnehmung für Räume, Stimmungen und Beziehungen. Das war etwas, das ich von mir selbst kannte, von dem ich aber dachte, ich sei die Einzige in der Familie, die so fühlt. Im Rückblick war dieses Gespräch unglaublich berührend, und die Verbundenheit zu meiner Familie konnte ich danach noch einmal ganz neu spüren. Viele Jahre später ging ich weiter auf Spurensuche, traf andere Familienmitglieder und führte Gespräche über genau dieses Thema:
Was wird in Familien weitergegeben, egal ob sichtbar oder unsichtbar? Welche Muster, welche Prägungen, welche unausgesprochenen Geschichten wirken über Generationen hinweg?
Die weibliche Linie
Während mein Vater mir half, meine eigene Sensibilität und meine Wahrnehmung in einen familiären Zusammenhang zu stellen, war es die weibliche Linie meiner Familie, die mir etwas anderes zeigte: wie Frauen über Generationen hinweg in dieser Familie gelebt haben. Welche Rollen sie einnehmen durften, was sichtbar sein durfte und was verschwiegen wurde, wie viel Anpassung, Funktionieren und Zurücknehmen Teil ihres Alltags war.
Je mehr ich in meiner systemischen Ausbildung mit diesen Mustern arbeitete, desto klarer wurde mir, wie viel davon ich unbewusst übernommen hatte. Bestimmte Arten, in Beziehungen zu sein, sich zurückzunehmen, zu funktionieren und stark zu waren nicht "meine" Erfindung, sondern etwas, das über die weibliche Linie weitergegeben worden war, oft ohne dass je darüber gesprochen wurde.
Genau hier liegt für mich heute der Kern meiner Arbeit. Ich arbeite fast ausschließlich mit Frauen und ihren Geschichten, ihren Beziehungsmustern, ihren oft unsichtbaren Aufträgen, die sie aus ihren Familien mitgenommen haben. Vieles davon hat mit patriarchalen Strukturen zu tun, die tief in Familien eingeschrieben sind: wie Frauen sich Raum nehmen durften (oder nicht), wie ihre Bedürfnisse behandelt wurden, was als "normal" galt und was als Auflehnung.
Und vieles davon hat mit Trauma zu tun. Nicht immer als einzelnes, dramatisches Ereignis, sondern als etwas, das sich über Generationen in Körper, Verhalten und Beziehungsmustern festgesetzt hat.
Diese Verbindungen zu erkennen, zwischen dem was wir in Beziehungen erleben und dem was über Generationen in Familien weitergegeben wurde, ist für mich nicht nur persönlich, sondern auch beruflich zum zentralen Thema geworden.

Fast zur selben Zeit entschied ich mich, nach meinem Psychologiestudium eine systemische Familientherapie-Ausbildung zu beginnen.
Das waren intensive Jahre. Jahre der Auseinandersetzung mit meinen eigenen Anteilen, mit dem, was ich aus meiner Herkunftsfamilie mitgenommen hatte und mit der Frage, wie sich das alles in meinen eigenen Beziehungen zeigt. Ich schloss mich einer festen privaten Gruppe an, mit der ich mich über Jahre hinweg, unter Anleitung, mit meinem Herkunftssystem und meinen daraus resultierenden Themen auseinandersetzte.
In dieser Zeit kamen immer wieder dieselben Fragen auf: Wer bin ich in Beziehungen? Welche Anteile von mir zeigen sich, wann, und warum? Wer will ich in einer Beziehung sein, und wer wurde ich durch das, was ich erlebt habe?
Am wichtigsten war für mich dabei die Aufstellungsarbeit, das Auflösen alter Glaubenssätze und die Arbeit mit dem inneren Kind. Über die Jahre wurde mir immer klarer, wie sehr frühe Erfahrungen – Bindung, Verlust, Nähe, Distanz – unser späteres Beziehungsleben formen, oft ohne dass wir es bewusst merken. Ich begann zu verstehen, wie Trauma nicht nur individuell, sondern auch innerhalb von Familien weitergegeben wird, von einer Generation zur nächsten, manchmal über Jahrzehnte, ohne dass je darüber gesprochen wurde.
Gleichzeitig merkte ich, dass ich nie ein Mensch war, der ein konventionelles Leben führen wollte. Das Spannungsfeld zwischen dem, was die Gesellschaft in einem bestimmten Alter erwartet, und dem, was sich für mich richtig anfühlte, war ständig präsent. In der Zeit, in der andere Frauen Familien gründeten, baute ich meine eigene psychotherapeutische Praxis auf – kombiniert mit Yoga und Meditation. Die intensive Arbeit, diese Praxis erfolgreich zu machen, was sie am Ende auch wurde, bedeutete aber auch, dass bestimmte Anteile von mir ständig im Vordergrund standen, während andere sich mehr und mehr zurückzogen. Ich konnte vieles davon in meinem Familiensystem und in meiner Selbsterfahrungsgruppe erkennen und bearbeiten. Und doch blieb über die Jahre eine Schieflage, die sich auch körperlich bemerkbar machte.

Deutschland - Bali - Deutschland
Die Entscheidung, alles aufzugeben und nach Bali zu gehen, war im Rückblick ein wichtiger Schritt. Er war ein bewusster Bruch mit alten Mustern und gewohnten Rollen. Die Prozesse, die ich dort durchlaufen habe, waren so intensiv und schnell, dass sich ein einziges Jahr anfühlte wie die Verdichtung vieler Jahre Arbeit an mir selbst. Ich konnte aus der Distanz auf meine Familie, meine Beziehungen und meine eigenen Muster schauen und mit einer Klarheit, die mir vorher gefehlt hatte.
Als ich nach acht Monaten wieder nach Deutschland zurückkam, zeigte sich diese Veränderung ganz deutlich. Ich war Jahre zuvor unversöhnt gegangen. Mit vielem in meiner Familie, mit Beziehungen, mit Erfahrungen, die ich in Frage gestellt hatte. Acht Monate später war davon nichts mehr zu spüren. An ihre Stelle traten Dankbarkeit, Respekt und ein echtes Mitgefühl für die Menschen, die ich getroffen habe, auch und besonders für die Menschen aus meiner eigenen Familie.
Nach zehn prägenden Jahren auf Bali lebe ich heute wieder in Deutschland. Nach dem Tod meiner Mutter bin ich wieder zurück zu meinen Wurzeln gegangen. Was bleibt, ist eine tiefe Faszination für das, was zwischen Menschen passiert: in Familien, in Paarbeziehungen, zwischen den Generationen. Wie wir geprägt werden, wie wir uns verbinden, wie wir uns manchmal verlieren und wie wir, mit dem richtigen Verständnis für diese Muster, wieder zueinander finden können. Diese Verbindung zu den Geschichten anderer Menschen hat für mich heute eine andere, tiefere Qualität bekommen. Und genau das ist es, was mich antreibt: Menschen zu begleiten, ihre eigenen Beziehungsmuster zu verstehen, alte Wunden zu erkennen und neue, freiere Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu finden.
Qualifikationen
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Diplom-Psychologin mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Arbeitspsychologie
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Heilpraktikerin Psychotherapie
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von 2006 - 2016 Psychologische Praxis und Yogastudio "in dir"
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2016 - heute Diplom-Psychologin, Systemische- und Traumatherapeutin
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Systemische Familientherapeutin (DGSF), systemische Einzel- und Paartherapeutin, Institut für Familientherapie, systemische Supervision und Organisationsentwicklung
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Systemische Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGSF)
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Systemisches Coaching
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Systemische Traumatherapie i.A.
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Compassionate Inquiry nach Dr. Gabor Maté
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Internal Family System nach Dr. Richard Schwartz
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Yogalehrerin Berufsverband Deutscher Psychologen Fachgruppe Entspannung (750 Stunden)
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Yogalehrerin Womb-Yoga bei Uma Dinsmore-Tuli
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mehrere Yogafortbildungen (Ashtanga, Anusara, Iyengar, Yin Yoga & Yoga speziell für Frauen)
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seit 2013 Studium des Buddhismus im Tibet-Zentrum Hamburg
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Buddhistische Mediationslehrerin (tibetische Mahayana Tradition)
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Entspannungspädagogin, AHAB Akademie Berlin, in der Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen im Präventionsverfahren (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und Stressmanagement)
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Medical Yoga Coach
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Blossoming Women Leadership Program nach Avalon Darnesh
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Menstruality Mentor nach Red School (Alexandra Pope & Sjanie Hugo Wulizer)