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Tanja Hummel
Diplom-Psychologin

„Selbst die destruktivsten Anteile haben schützende Absichten.“
- R. Schwarz -
Internal Family Systems, kurz IFS, ist ein von Richard Schwartz entwickeltes Therapiemodell, das davon ausgeht, dass die Psyche aus vielen verschiedenen „inneren Anteilen“ besteht – vergleichbar mit einer inneren Familie. Diese Anteile haben unterschiedliche Aufgaben, Gefühle und Sichtweisen. Manche schützen vor Verletzungen, manche tragen alte Schmerzen, manche versuchen durch Kontrolle, Kritik oder Ablenkung, schwierige Gefühle auf Abstand zu halten.
IFS geht davon aus, dass kein Anteil grundsätzlich „schlecht“ ist – auch belastende oder störend wirkende Anteile haben ursprünglich eine schützende Funktion übernommen, oft in schwierigen Lebensphasen. Im Zentrum des Modells steht das „Selbst“ – ein innerer Kern, der von Eigenschaften wie Ruhe, Neugier, Klarheit, Mitgefühl und Verbundenheit geprägt ist.
In der therapeutischen Arbeit geht es darum, mit den verschiedenen Anteilen in Kontakt zu treten, sie besser zu verstehen und ihnen zuzuhören, statt sie zu bekämpfen oder zu unterdrücken. Aus der Haltung des Selbst heraus können Anteile entlastet werden, alte Aufgaben loslassen und sich neu in das innere System einfügen. So entsteht mehr innere Ausgeglichenheit, Selbstmitgefühl und Handlungsfreiheit.