Auf den Spuren von Balis Traditionen und Ritualen


Die Schönheit Balis ist jeden Tag für mich mit allen Sinnen spürbar. Ich bin immer noch sehr glücklich hier zu sein. Ich kann mir im Moment keinen anderen Ort vorstellen, an dem ich lieber wäre. Das saftige Grün jeder einzelnen Pflanze, das warme Klima und die vielen unterschiedlichen Gerüche der Speisen, Blumen und Opfergaben, die aus Blüten und Räucherstäbchen bestehen. Das Einssein mit dem Spirit und dieser unglaublichen Natur ist kaum in Worte zu fassen.


Die Balinesen sind eins mit sich und ihren Traditionen und Ritualen

Ich bin immer wieder von den Traditionen und Ritualen der Balinesen berührt. Jeder einzelne Tag wird damit für mich zur Wichtigkeit. Auf eine ganz achtsame und bewusste Art und Weise. Es ist unmöglich, sich dem zu entziehen.


Jeden Tag sehe ich Frauen und Männer, die ihre selbst hergestellten wundervollen Opfergaben meditativ an Straßenkreuzungen, vor Tempelanlagen und sogar auf Autos und Motorräder als Schutz vor schlechten Energien und bösen Geistern niederlegen. Es erstaunt mich immer wieder, wie konzentriert, achtsam und ruhig sie dieses Ritual Tag für Tag vollziehen. Dabei nehmen sie nichts um sich herum wahr. Völlig losgelöst von vorbeifahrenden Autos, vorbeigehenden Menschen und Tieren. Sie sind eins mit sich und ihrer Art Rituale und Traditionen zu leben.

Das Leben verläuft nicht linear von Jahr zu Jahr

In Ubud komme ich durch diese Rituale meiner wirklichen Existenz immer näher. Jeder einzelne und besondere Tag wird beachtet. Es sind die Rituale zum Neu- und Vollmond oder das Chinesische Neujahr, 2017 welches heute beginnt. Diese machen mir immer mehr den Kreislauf des Lebens bewusst und geben meinem Leben einen tieferen spirituellen Sinn. Das Leben verläuft eben nicht linear von Jahr zu Jahr. Gerade in diesen Zeiten verbinden wir Menschen uns auf Bali noch mehr. Das Teilen unserer Wünsche und Sorgen läßt mich mit allem sensibler werden.

Reinigungsritual im Wassertempel Tirta Empul








Nach der Feuertaufe endlich einen Scooter fahren zu können, besuchte ich dann zum zweiten Mal den hinduistischen Wassertempel Tirta Empul. Da ich diesmal kein eigenes Wasserritual durchgeführt hatte, konnte ich mir in aller Ruhe die Tempelanlage ansehen. Ebenso schön war es, die einzelnen Rituale zu beobachte und mich noch einmal in die Lage hinein zu versetzen wie wundervoll meine eigene Reinigung war.Die Energie und die Kraft dieses Rituals konnte ich auch ohne Reinigung wahrnehmen. Es war ein wundervoller Ausflug, den ich dann mit einem Abstecher zu den Tegalanglang Reis-Terrassen abschloß.

Tempelbesuch der heiligen Priesterin Ida Resi Alit




Ein paar Tage danach besuchte ich mit zwei Freundinnen die heilige Priesterin Ida Resi Alit. Dieser Besuch stellte alles was ich bis dato spirituell und energetisch erlebt habe in den Schatten.


Ida lebt nicht in Ubud, sondern eine Stunde von Ubud entfernt Richtung Norden. Die schöne Fahrt durch die Reisfelder stimmte mich eher unruhig. Ich war viel zu aufgeregt und neugierig was mich wohl erwartet, als dass ich die Natur auf mich wirken lassen konnte.


Ihre Energie ließ mich demütig werden

Als wir dort angekommen waren, warteten viele Einheimische aber auch Touristen im Tempelhof auf Ida. Die Stimmung war sehr unruhig. Nach einer Stunde des Wartens kam sie aus einem kleinen Tempelhaus herausgetreten. Ich war sehr erstaunt, wie jung sie ist. Ihre Energie, die schon auf Distanz spürbar war, ließ mich demütig werden. Sie setzte sich auf ein erhöhtes Podest und erklärte uns, dass sie erst Mantren singen würde. Irgendwann setzte der Klang ihrer Glocke ein und die Meditation begann. In dieser war es wichtig, unsere Intention klar zu formulieren,um uns bewusst zu werden warum wir zu ihr gekommen sind.


Das gleichzeitige Ertönen der Glocke und das Chanten ihrer Mantren versetzte mich in Trance. Ihr Gesang war als Vibration in all meinen Knochen bis hin zu jede einzelne Zelle spürbar. Ihr Gesang rührte etwas ganz Altes in mir an, was Hilflosigkeit und Trauer in mir auslöste. Ich weinte. Es tauchten in meiner Meditation klare Bilder von Personen auf, die mich während der Meditation begleiteten. Wie lange die Meditation dauerte, kann ich heute nicht mehr sagen. Nach der langen Zeit des meditativen Sitzens, dem Aufhören des Gesanges und dem Klang der Glocke war nur noch unendliche Stille hörbar. Nach der Stille zog ein heftiges Gewitter mit Starkregen auf.



Die ergreifende Reinigung des Körpers mit Wasser


















Die Chance meine Ängste loszulassen

Nun war es soweit, wir standen mit unseren festlich angezogenen Sarongs vor ihr. Sie erklärte uns kurz, wie das Ritual vollzogen wird. Mit dem ersten Wasserstrahl aus einem Kupfergefäß bekam ich eine Art Panikattacke und wollte nur noch weg. Aber eine Stimme sagte zu mir: Das ist die Chance Deine Ängste loszulassen. Das Wasser kam nur so über mich und ich hatte Erstickungsgefühle und hyperventilierte. Ich versuchte mir, das Wasser mit den Händen aus meinem Gesicht zu wischen. Idas Energien ließen meinen ganzen Körper von den Fingerspitzen bis zu den Zehen kribbeln. Ihr unendlicher berührender Gesang und die unendlichen Wassermengen lösten eine Art Kampf in mir aus, der immer stärker wurde. Meine Angst entlud sich über mein Schreien und Stampfen mit den Füßen. Es war wie ein Befreiungsschlag. Währenddessen habe ich keinen einzigen Menschen um mich herum wahrgenommen. Gefühlt war ich mit Ida alleine.


Nach und nach wurde ich ruhiger. Die Angst war verschwunden. Die Wassermengen wurden weniger und am Schluss hielt ich meine Hände zu einer Schale gelegt vor ihr. Sie schüttete mir vorsichtig mit Blüten angereichertes Wasser hinein. Ein Teil davon trank ich und den anderen Teil ließ ich über mein Gesicht und meine Haare fließen. Der Geschmack des Wassers war süßlich. Das wiederholte ich drei mal.



Opfergaben als Zeichen der Dankbarkeit


Danach war es vorbei. Wir wurden in einen angrenzenden Tempelraum geschickt, um dort zur Ruhe zukommen. Außerdem konnten wir dort Opfergaben, als Zeichen der Dankbarkeit für das durchgeführte Ritual ablegen. Es dauerte ewig, bis ich zu mir kam. Die Energien flossen langsam aus meinem Körper und meinem Geist ab. Erst jetzt wurde mir klar, dass es immer noch wie aus Kübeln regnete und ich bis auf die Haut nass war.


Sofort setzte die Kälte ein und ich fror. Da wir nicht die Letzten waren, ging das Ritual zügig weiter. Auf dem Weg nach Hause war es friedlich und still. Keiner sagte ein Wort. Jeder von uns schien sich mit seinem persönlichen Erlebnis zu beschäftigen.


Der Fahrer kämpfte sich durch die überfluteten Straßen. Es brauchte ein paar Tage, um zu realisieren, was ich dort erlebt hatte. Die Angst ist bisher nicht wiedergekommen. Ein überwältigendes Erlebnis, was ich nie wieder vergessen werden.


Fest steht, dass ich auf jeden Fall nochmal zu Ida fahren werde. Wie das wohl ein zweites Mal sein wird? Welche Intention ich dann wohl haben werde? Ich bin jetzt schon gespannt und freue mich darauf.



Du wirst Tanja irgendwo zwischen Deutschland und Bali, Indonesien, finden. Nach dem Aufbau einer erfolgreichen Psychologischen Praxis & Yogastudio entschied sich Tanja nach über 10 Jahren erfolgreicher Selbständigkeit, das Geschäft zu verkaufen und in die weite Welt zu ziehen.


Auf ihren Reisen integrierte sie die buddhistische Lehren und intensivierte ihre Praxis. Ihr Fokus liegt jetzt darauf Frauen zu helfen, ihre männliche und weibliche Energie auszugleichen und zu harmonisieren.


Tanja liebt es, ihre Learnings mit der Welt zu teilen und Frauen zu unterstützen, das Gleiche zu tun.


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Tanja Hummel

Diplom-Psychologin ❊ Therapy for Women ❊ Teacher

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© 2017 Tanja Hummel  |  www.tanjahummel.com